Mit dieser Folge startet eine neue Staffel rund um das Projekt Cross Border Rail von Jon Worth. Zum Auftakt nehmen wir euch mit auf eine Reise quer durch Europa und stellen uns eine ganz grundlegende Frage: Wie verrückt muss man eigentlich sein, um sich vorzunehmen, wirklich alle grenzüberschreitenden Bahnstrecken des Kontinents abzufahren?
In der ersten Folge sprechen wir darüber, was Jon zu diesem Projekt motiviert hat und wie aus einer Idee ein monatelanges, oft auch strapaziöses Unterfangen wurde. Wo überall hat es ihn hingezogen? Von gut ausgebauten Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zu abgelegenen Grenzbahnhöfen, an denen Europa plötzlich sehr klein – oder sehr fragmentiert – wirkt. Wir zeichnen nach, welche Routen besonders herausfordernd waren, wo Infrastruktur überrascht hat und wo sie an ihre Grenzen stößt.
Gleichzeitig geht es um die Erfahrungen, die Jon unterwegs gesammelt hat: Begegnungen mit Mitreisenden, ungeplante Umwege, verpasste Anschlüsse und die vielen kleinen Geschichten, die man nur erlebt, wenn man Europa konsequent aus der Zugperspektive betrachtet. Die Folge ist damit nicht nur ein Einstieg in die neue Staffel, sondern auch eine Einladung, Europa jenseits von Hochglanzbroschüren kennenzulernen: als Raum, der verbindet, aber auch immer wieder trennt – und in dem die Bahn oft mehr über Politik, Zusammenarbeit und Realität erzählt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Über unseren Gast Jon Worth
Jon Worth beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv mit europäischer Bahnpolitik. Als Selbstständiger mit Kund:innen in ganz Europa versucht er, Geschäftsreisen möglichst konsequent mit dem Zug zu absolvieren.

Aus vielen komplexen, grenzüberschreitenden Fahrten und entsprechender Frustration ist seit 2021 ein systematischer Fokus entstanden: die Frage, warum die EU bei Problemen im grenzüberschreitenden Schienenverkehr so oft nicht wirksam eingreift, und was sich daran konkret ändern lässt. Aus diesem Antrieb heraus initiierte er die Kampagne Trains for Europe, die sich mit dem Mangel an Nachtzügen in Europa befasst und Lösungen vorschlägt, insbesondere mit Blick auf fehlendes oder ungeeignetes Rollmaterial. 2022 machte Jon Worth die Defizite und Potenziale des europäischen Schienennetzes mit einem außergewöhnlichen Selbstversuch sichtbar: Im Rahmen des Projekts #CrossBorderRail überquerte er in einem Sommer jede innerhalb der EU per Zug passierbare Binnengrenze. Das Projekt wurde in unterschiedlichen Formen bis 2025 weitergeführt. 2025 startete außerdem #CrossChannelRail, ein Schwerpunktprojekt zum Kanaltunnel.
Seine Analysen und Kommentare zu Bahn und Verkehr bündelt Jon Worth auf seiner Website, getrennt von seinen weiteren politischen Arbeiten, die auf euroblog.jonworth.eu zu finden sind. Seit Januar 2026 veröffentlicht er zudem einen wöchentlichen, kostenpflichtigen Newsletter zur europäischen Bahnpolitik. Darin ordnet er die wichtigsten Entwicklungen der Woche ein und erklärt, was Meldungen und Entscheidungen tatsächlich bedeuten, statt Branchenstatements lediglich zu wiederholen. Die ersten vier Ausgaben sind kostenlos, und alle Newsletter werden jeweils einen Monat nach Veröffentlichung öffentlich zugänglich gemacht.
Deine Unterstützung für unseren Europapodcast
Wenn dir diese Folge gefallen hat, unterstütze den Europapodcast gern dabei, weiter unabhängige Gespräche und Recherchen möglich zu machen. Auf Patreon hilfst du uns direkt mit einem monatlichen Beitrag und bekommst je nach Tier Extras und Einblicke hinter die Kulissen.
Und genauso wichtig: Empfiehl uns weiter. Schick die Folge an Freund:innen, poste sie in deinen Netzwerken und gib uns auf deinem Podcastkanal eine Bewertung und einen kurzen Kommentar. Das bringt den Europapodcast sichtbar nach vorn.
Du findest uns auf Patreon und auf allen gängigen Podcastplattformen.
Weitere Folgen unseres Podcasts

No responses yet