In der vierten Folge unserer Staffel mit Jon Worth und seinem Projekt Cross Border Rail wird es konkret – es geht um Pricing und Ticketing. Also um die Frage, warum grenzüberschreitendes Bahnfahren in Europa oft weniger am Gleis scheitert als am Preissystem.
Jon hat nicht nur Strecken getestet, sondern auch Buchungsportale, Tariflogiken und nationale Sonderwege. Warum kostet ein grenzüberschreitendes Ticket manchmal ein Vielfaches einer Inlandsfahrt? Weshalb lassen sich viele Verbindungen nicht in einem einzigen System buchen? Und warum bleibt der Preis oft intransparent bis zum letzten Klick?
Wir sprechen darüber, wie fragmentierte Tarifsysteme, fehlende Datenstandards und nationale Geschäftsmodelle den europäischen Bahnraum ausbremsen – und was passieren müsste, damit Ticketkauf und Preisgestaltung so selbstverständlich werden wie die Reise selbst.
Eine Folge über Marktlogik, politische Zuständigkeiten und die zentrale Frage: Kann Europa auf der Schiene zusammenwachsen, wenn schon das Ticket zur Hürde wird?
Über unseren Gast Jon Worth
Jon Worth beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv mit europäischer Bahnpolitik. Als Selbstständiger mit Kund:innen in ganz Europa versucht er, Geschäftsreisen möglichst konsequent mit dem Zug zu absolvieren. Aus vielen komplexen, grenzüberschreitenden Fahrten und entsprechender Frustration ist seit 2021 ein systematischer Fokus entstanden: die Frage, warum die EU bei Problemen im grenzüberschreitenden Schienenverkehr so oft nicht wirksam eingreift, und was sich daran konkret ändern lässt.

Aus diesem Antrieb heraus initiierte er die Kampagne Trains for Europe, die sich mit dem Mangel an Nachtzügen in Europa befasst und Lösungen vorschlägt, insbesondere mit Blick auf fehlendes oder ungeeignetes Rollmaterial. 2022 machte Jon Worth die Defizite und Potenziale des europäischen Schienennetzes mit einem außergewöhnlichen Selbstversuch sichtbar: Im Rahmen des Projekts #CrossBorderRail überquerte er in einem Sommer jede innerhalb der EU per Zug passierbare Binnengrenze. Das Projekt wurde in unterschiedlichen Formen bis 2025 weitergeführt. 2025 startete außerdem #CrossChannelRail, ein Schwerpunktprojekt zum Kanaltunnel.
Seine Analysen und Kommentare zu Bahn und Verkehr bündelt Jon Worth auf seiner Website, getrennt von seinen weiteren politischen Arbeiten, die auf euroblog.jonworth.eu zu finden sind. Seit Januar 2026 veröffentlicht er zudem einen wöchentlichen, kostenpflichtigen Newsletter zur europäischen Bahnpolitik. Darin ordnet er die wichtigsten Entwicklungen der Woche ein und erklärt, was Meldungen und Entscheidungen tatsächlich bedeuten, statt Branchenstatements lediglich zu wiederholen. Die ersten vier Ausgaben sind kostenlos, und alle Newsletter werden jeweils einen Monat nach Veröffentlichung öffentlich zugänglich gemacht.
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