In dieser Folge von Mein Weg nach Europa spricht Manuel mit Renate Krekeler-Koch über ihren sehr persönlichen, politischen und beruflichen Weg nach Europa. Ausgangspunkt sind frühe Spracherfahrungen in Ostwestfalen, erste Reisen in die damalige Sowjetunion und ein Studium, das sie immer tiefer in die Geschichte, Politik und Gesellschaft Mittel- und Osteuropas geführt hat. Renate erzählt von ihren Erfahrungen in einer Zeit des Umbruchs, von den letzten Tagen Leningrads, von Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und von der Frage, wie Geschichte bis heute politische Wahrnehmungen prägt.

Im Zentrum des Gesprächs steht ein Europa-Begriff, der weiter reicht als die vertrauten westlichen Perspektiven. Renate Krekeler-Koch spricht darüber, warum der deutsche Blick auf Osteuropa oft zu eng ist, weshalb Begegnung der Schlüssel zu echtem Verstehen bleibt und wie wichtig es ist, die Stimmen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa stärker in deutsche Debatten einzubringen. Dabei geht es um Erinnerungskultur, internationale Bildungsarbeit, Solidarität, Kirche als gesellschaftliche Akteurin und um die Frage, wie politische Räume durch persönliche Erfahrungen erst wirklich verständlich werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist Renates langjährige Arbeit in der internationalen Jugend- und Bildungsarbeit. Sie berichtet, was transnationale Begegnungen bei jungen Menschen auslösen können, warum Übersetzungsarbeit weit mehr ist als Sprache und welche tiefen Spuren Zeitzeugenschaft, Dialog und gegenseitiges Gesehenwerden hinterlassen. Das Gespräch ist damit auch ein Plädoyer für Neugier, für Mut und für einen offenen, weniger selbstbezogenen Blick auf Europa.

Seit September 2024 leitet Renate Krekeler-Koch die Berliner Repräsentanz von Renovabis und bringt dort Perspektiven aus Osteuropa stärker in Politik und Öffentlichkeit ein. Renovabis ist das Osteuropahilfswerk der deutschen Katholiken und engagiert sich in 29 Ländern für nachhaltige gesellschaftliche Zusammenarbeit. Renate ist studierte Osteuropawissenschaftlerin und setzt sich seit über dreißig Jahren in internationalen Bildungsprojekten für die Völkerverständigung ein. Ihre Schwerpunktthemen sind in der politischen Bildung auch die politisch-historische Bildung und das transnationale Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus. Mehr zur Arbeit von Renate und Renovabis und zur Berliner Repräsentanz findet ihr auf der Webseite von Renovabis.

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