Drohnen, Software und neue Fertigungsverfahren verändern die Verteidigung. Doch eine gute Idee allein reicht nicht: Sie muss finanziert, beschafft und in ausreichender Stückzahl produziert werden. Genau an diesen Übergängen entscheidet sich, ob Europa seine Innovationskraft auch sicherheitspolitisch nutzen kann.
Im Sicherheitssonntag spricht Florian Schäfer mit Kerry Hoppe über die Bedingungen, die junge Unternehmen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie brauchen. Kerry Hoppe ist Mitgründerin des Munich Security Breakfast und als Reserveoffizierin der Luftwaffe kennt sie die Bundeswehr aus eigener Erfahrung.
Start-ups, Investitionen und Beschaffung
Das Munich Security Breakfast bringt Start-ups, Investor:innen, etablierte Unternehmen und politische Akteur:innenzusammen. Im Gespräch geht es darum, wie diese Vernetzung konkrete Kooperationen und Investitionen erleichtern kann. Eine zentrale Frage ist dabei die Rolle des Staates: Er kann Innovation fördern, aber auch als erster Kunde Nachfrage schaffen und damit private Finanzierung unterstützen.
Warum Software die Beschaffung verändert
Kerry Hoppe beschreibt Software-Defined Defense als einen Bereich, in dem Fähigkeiten durch Updates angepasst werden können. Das kann die Entwicklung beschleunigen, wirft aber Fragen für Verträge und Beschaffungsverfahren auf. Wenn ein Update ein System weiterentwickelt, sollte dann jedes Mal ein neuer Beschaffungsvorgang beginnen?
Auch Dual Use spielt eine Rolle. Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können, eröffnen Unternehmen zusätzliche Märkte. Gleichzeitig bleibt der militärische Bedarf von politischen Entscheidungen und konkreten Aufträgen abhängig.
Europa muss schneller skalieren
Gemeinsame europäische Beschaffung kann größere Stückzahlen und Kooperation ermöglichen. Sie wird jedoch kompliziert, wenn viele Staaten und Industriepartner beteiligt sind. Die Folge fragt deshalb nicht nur, welche Technologien Europa entwickeln sollte, sondern auch, wie Finanzierung, Beschaffung und industrielle Skalierung besser zusammenwirken können.
Über den Gast
Kerry Hoppe ist Mitgründerin des Munich Security Breakfast und Reserveoffizierin der Luftwaffe. Ihre Arbeit verbindet Fragen der Verteidigungsinnovation, politischer Zusammenarbeit und der Entwicklung junger Technologieunternehmen.
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