Wenn wir an Krieg denken, denken wir meist an Panzer, Raketen oder Soldaten. Doch moderne Konflikte beginnen häufig lange bevor der erste Schuss fällt. Sie spielen sich im digitalen Raum, in sozialen Netzwerken oder an kritischen Infrastrukturen ab. Oft bleiben sie für die Öffentlichkeit unsichtbar. Genau dieser Form der Auseinandersetzung widmet sich die sechste Folge des Sicherheitssonntags (SISO). Gemeinsam mit dem Experten Ferdinand Gehringer spricht Co-Host Florian Schäfer über hybride Kriegsführung und die Frage, wie widerstandsfähig unsere Gesellschaften heute wirklich sind.
Zu Beginn der Folge beleuchten wir die Grundlagen hybrider Kriegsführung. Dabei wird deutlich, dass es sich nicht um ein einzelnes Instrument handelt, sondern um die gezielte Kombination verschiedener Mittel. Desinformation, Cyberangriffe, Sabotage oder politische Einflussnahme werden miteinander verknüpft, um Gesellschaften zu verunsichern, politische Entscheidungen zu beeinflussen und staatliche Handlungsfähigkeit zu schwächen.
Anhand konkreter Beispiele aus Europa zeigt die Folge, dass hybride Angriffe längst keine theoretische Bedrohung mehr sind. Neben Regierungen und Streitkräften geraten zunehmend auch Unternehmen, Medien und kritische Infrastrukturen ins Visier. Damit wird klar: Hybride Kriegsführung betrifft nicht nur Staaten, sondern die gesamte Gesellschaft. Die gute Nachricht: Sowohl Unternehmen als auch Bürgerinnen und Bürger können aktiv dazu beitragen, ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. In den vergangenen Jahren wurde bereits viel erreicht – dennoch bleibt weiterhin erheblicher Handlungsbedarf.
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die Zukunft. Wie gut sind Deutschland und Europa auf diese Bedrohungen vorbereitet? Welche Verantwortung tragen Staat, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger? Und welche Auswirkungen könnte Künstliche Intelligenz auf die hybride Kriegsführung von morgen haben? Was passiert, wenn künftig nahezu jeder Zugang zu Werkzeugen erhält, die bislang nur hochspezialisierten Akteuren zur Verfügung standen? Eine Folge über die Grauzonen moderner Konflikte und die Frage, wie Europa mit einer Bedrohung umgehen kann, die oft dort beginnt, wo wir sie am wenigsten erwarten.
Über unseren Gast
Ferdinand Gehringer ist Experte für hybride Bedrohungen, Cybersicherheit und Sicherheitspolitik. Bei FTI Consulting ist er als Director und Lead Defense & Security tätig und berät an der Schnittstelle von Unternehmen, öffentlichen Institutionen und politischen Entscheidungsträgern. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre bei der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Fragen der inneren Sicherheit, Cybersicherheit und hybriden Kriegsführung. Zu seinen Schwerpunkten zählen der Schutz kritischer Infrastrukturen, Desinformation, kognitive Kriegsführung und die sicherheitspolitischen Folgen neuer Technologien.
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One response
Mir hat die Folge über hybride Kriegsführung von Ferdinand Gehringer sehr gut gefallen. Sie war sehr informativ und klar.