In der neuen Ausgabe von „Monitoring Europe: Wahlen und Zahlen“ geht es um eine scheinbar einfache Beobachtung, die politisch alles andere als einfach ist: Rechtsaußen verliert in mehreren europäischen Ländern an Zustimmung. Nach Jahren des Aufstiegs scheint sich der Trend zumindest vorläufig zu drehen. Doch bedeutet das schon, dass Europa zur politischen Mitte zurückkehrt?
Gemeinsam mit Dr. Manuel Müller, Herausgeber des Blogs „Der (europäische) Föderalist“, schaut Christoph auf die neue Europawahl-Sitzprojektion vom 15. Juni 2026. Die Zahl des Monats lautet 211: So viele Sitze kämen im Basisszenario derzeit auf EKR, Patrioten für Europa und ESN zusammen. Das ist weniger als in früheren Projektionen, aber immer noch deutlich mehr als bei der Europawahl 2024.
Die Folge zeigt: Der Rückgang von Rechtsaußen ist kein bloßes statistisches Rauschen mehr. In mehreren Mitgliedstaaten gehen die Werte rechter und rechtsextremer Parteien zurück. Gleichzeitig bleibt das Ausgangsniveau hoch. Vor allem Deutschland bildet mit dem weiteren Aufstieg der AfD einen Sonderfall.
Ein Schwerpunkt liegt auf Ungarn. Nach dem Wahlsieg von Péter Magyar und der TISZA-Partei stellt sich die Frage, ob die EVP hier tatsächlich einen demokratischen Hoffnungsträger gewonnen hat oder ob die EU zu schnell bereit ist, Vertrauen zu schenken. Außerdem geht es um neue Parteien in Bulgarien und Griechenland, um die Kategorie der „Sonstigen“ und um die wachsende politische Fragmentierung in Europa.
Im Mehrheitscheck diskutieren wir, warum die EVP im Europäischen Parlament heute freier agiert als früher. Sie kann weiterhin mit Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen Mehrheiten suchen, nutzt aber immer wieder auch Mehrheiten mit Rechtsaußen. Genau diese Machtposition macht die EVP zu einem zentralen Akteur der europäischen Politik.
Das Fazit dieser Folge: Rechtsaußen verliert. Aber Europa sortiert sich nicht einfach zurück zur alten Mitte. Die politische Stimmung bleibt offen, beweglich und fragmentiert.
Über Manuel Müller
Dr. Manuel Müller ist Politikwissenschaftler und Experte für supranationale Demokratie, EU-Reform und europäische Parteienlandschaften. Er ist Herausgeber des Blogs „Der (europäische) Föderalist“, auf dem seit 2014 regelmäßig Sitzprojektionen für das Europäische Parlament erscheinen. In „Monitoring Europe: Wahlen und Zahlen“ ordnet er gemeinsam mit dem Europapodcast aktuelle Umfragedaten, politische Trends in den Mitgliedstaaten und mögliche Mehrheiten im Europäischen Parlament ein.
Weitere Folgen des Europapodcasts
Den Europapodcast unterstützen
Folge dem Europapodcast
Höre uns in deiner Podcast-App, folge uns auf Social Media oder unterstütze unsere unabhängige Arbeit.

No responses yet