Was uns im Januar beschäftigt hat: Großbritannien, Südosteuropa, der Start von SISO und Europas Stärke in herausfordernden Zeiten.
Liebe Hörerinnen und Hörer,
Der Januar war im Europapodcast ein Monat des Aufbruchs.
Wir sind mit persönlichen Wegen nach Europa gestartet, haben über Großbritannien, Brexit, Südosteuropa und junge europäische Netzwerke gesprochen und zugleich ein neues Format auf den Weg gebracht: SISO: Der Sicherheitssonntag. Damit erweitern wir den Europapodcast um ein Feld, das für die Zukunft Europas zentral ist: Sicherheitspolitik.
Der rote Faden dieses Monats war die Frage, wie Europa in einer unübersichtlichen Welt erklärbar, handlungsfähig und persönlich erfahrbar bleibt. Europa ist Institution, politischer Raum und Alltagserfahrung zugleich. Genau diese Verbindung hat den Januar geprägt.
1. Europa muss erklärt werden, ohne zu belehren
In unserer Folge mit Dr. Birgit Bujard ging es um Großbritannien, Brexit und die Kunst, Europa verständlich zu machen. Der Brexit hat gezeigt, wie schnell komplexe europäische Zusammenhänge in einfache Parolen übersetzt werden können. Zugleich bleibt politische Bildung dann wirksam, wenn sie nicht von oben herab belehrt, sondern Menschen befähigt, politische Zusammenhänge selbst einzuordnen.
Unser Gedanke dazu: Europa zu erklären heißt nicht, fertige Antworten zu liefern. Es heißt, Menschen in die Lage zu versetzen, Komplexität auszuhalten und politisch einzuordnen.
Nachhören: Birgit Bujard über Großbritannien, Brexit und die Kunst, Europa zu erklären
2. Südosteuropa ist Europas Zukunftsfrage
Mit Mara Hann haben wir über Südosteuropa, Sicherheitspolitik und europäisches Engagement gesprochen. Ihr persönlicher Weg zeigt, wie eng junge europäische Biografien mit Netzwerken, Auslandserfahrungen, politischer Sozialisation und regionaler Expertise verbunden sind. Der Westbalkan erscheint in dieser Folge nicht als Randregion, sondern als sicherheitspolitischer Raum und europäisches Zukunftsthema.
Unser Gedanke dazu: Wer über Europas Zukunft spricht, muss Südosteuropa mitdenken. Nicht als Erweiterungsakte, sondern als politischen Raum mit Menschen, Netzwerken und Erfahrungen.
Nachhören: Mara Hann über Südosteuropa, Sicherheitspolitik und europäisches Engagement
3. Der Europapodcast bekommt ein neues sicherheitspolitisches Format
Mit SISO: Der Sicherheitssonntag haben wir im Januar ein neues regelmäßiges Format gestartet. Gemeinsam mit Florian Schäfer wollen wir sicherheitspolitische Entwicklungen einordnen, Hintergründe erklären und Orientierung geben. Der Auftakt fiel bewusst in das Jubiläumsjahr des Europapodcasts: Sieben Jahre nach der ersten Trailerfolge ist der Sicherheitssonntag ein weiterer Schritt in der redaktionellen Weiterentwicklung.
Unser Gedanke dazu: Sicherheitspolitik darf nicht nur eine Sprache der Expert:innen bleiben. Sie muss verständlich, zugänglich und europäisch diskutiert werden.
Nachhören: Sicherheitssonntag: Der Europapodcast erweitert sein Programm um ein neues sicherheitspolitisches Format
4. Europas Sicherheit entscheidet sich auch außerhalb Europas
In der ersten regulären SISO-Folge sprach Florian mit Inga von der Stein über Lateinamerika, die USA, die Rückkehr der Monroe-Doktrin und Europas Rolle in einer Welt der Einflusszonen. Die Folge zeigt: Europäische Sicherheitspolitik endet nicht an Europas Außengrenzen. Chinas, Russlands und Irans Präsenz in Lateinamerika, das Mercosur-Abkommen und die strategische Positionierung der USA betreffen auch europäische Interessen.
Unser Gedanke dazu:Â Europa muss lernen, seine Interessen in einer Welt der Einflusszonen klarer zu formulieren, ohne dabei seine normativen Grundlagen aufzugeben.
Nachhören: Sicherheitssonntag: Sicherheit neu denken in einer Welt der Einflusszonen
5. Europas Stärke beginnt mit Selbstvergewisserung
Im Gespräch mit Dr. Christian Johann, Direktor der Europäischen Akademie Berlin, ging es zum Jahreswechsel um Europas Stärke in herausfordernden Zeiten. Der Blick zurück und nach vorn macht deutlich: Europa braucht nicht nur Krisenmanagement, sondern auch Orte, an denen Verständigung, Bildung und europäische Öffentlichkeit entstehen.
Zitat des Monats: „Die einzige Antwort ist: Eigene Stärke!“
Von: Dr. Christian Johann, Direktor der Europäischen Akademie Berlin.
Unser Gedanke dazu: Europäische Stärke entsteht nicht nur in Gipfeln und Verträgen. Sie entsteht auch dort, wo Menschen lernen, miteinander über Europa zu sprechen.
Nachhören: Auf der Suche nach Europas Stärke in herausfordernden Zeiten. Ein Gespräch mit Christian Johann
Redaktioneller Satz des Monats
„Europa wird nicht stärker, wenn wir es vereinfachen. Es wird stärker, wenn wir es verständlich machen.“
Ausblick auf Februar
Im Februar richten wir den Blick auf Europas Schienen. Mit der neuen CrossBorderRail Staffel gehen wir der Frage nach, warum grenzüberschreitender Bahnverkehr in Europa so schwierig bleibt, obwohl die politische Idee so naheliegend ist. Außerdem geht SISO weiter und nimmt die Münchner Sicherheitskonferenz in den Blick.
Frage an euch
Welche Themen sollte SISO in den kommenden Monaten aufgreifen? Geht es euch eher um NATO, Verteidigungsfähigkeit, hybride Bedrohungen, Desinformation, Cybersecurity oder um Europas Rolle in der Welt?
Danke für eure Unterstützung
Der Europapodcast lebt von Menschen, die zuhören, teilen, widersprechen, Fragen stellen und unsere Arbeit unterstützen.
Mit eurer Unterstützung helft ihr uns, neue Formate wie SISO aufzubauen, Gespräche vorzubereiten und europäische Debatten verständlich hörbar zu machen.
Herzliche Grüße,
eure Europapodcast-Team

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