
In der fünften und letzten Folge unserer SESB-Staffel richten wir den Blick nach vorn: Wie soll die Staatliche Europa-Schule Berlin in Zukunft aussehen? Was wünschen sich Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen, die AG SESB und die Senatsverwaltung für die kommenden Jahrzehnte?
Aus den Stimmen der Eltern wird klar: Sie wollen eine SESB, die nicht als Parallelstruktur läuft, sondern ein integrierter Teil der ganzen Schule ist. Mehr gemeinsamer Ganztag, mehr Begegnung zwischen Regel- und Europabereich und mehr Sichtbarkeit, damit Familien das Modell überhaupt rechtzeitig kennenlernen. Vor allem aber wünschen sich viele Verlässlichkeit. Genug Plätze, klare Wege und stabile Übergänge vom Kindergarten bis zum Abitur. Für viele ist das zweisprachige Lernen „das größte Geschenk“, das sie ihren Kindern machen können.
Lehrkräfte und Schulleitungen betonen, dass dieses Geschenk stabile Rahmenbedingungen braucht: genügend Lehrkräfte, passende Räume, faire Klassenzahlen und echtes Entwicklungspotenzial. Besonders eindrücklich schildert das William Silva aus dem portugiesischen Zweig, der warnt, dass fehlende Plätze und politische Entscheidungen ganze Sprachzweige gefährden können. Sein Wunsch: Ausbau statt Abbau.
Auch die AG SESB formuliert klare Zukunftsaufträge: mehr Standorte, besonders in den östlichen Bezirken, wo viele mehrsprachige Familien leben. Zudem sollen neue Sprachkombinationen entstehen – etwa Vietnamesisch oder Arabisch, passend zur Realität der Stadt. Dafür braucht es Bedarfsanalysen, bürokratische Verfahren, engagierte Communities und politischen Willen.
Die Senatsverwaltung bestätigt in unserem Gespräch, dass genau diese Punkte auf ihrer Agenda stehen: mehr Erreichbarkeit in allen Bezirken, stärkere Zusammenarbeit im Netzwerk und langfristige Weiterentwicklung des Modells. Gleichzeitig wird deutlich, dass neue Sprachzweige komplexe Voraussetzungen erfüllen müssen, von Prüfungsfähigkeit bis zur Nachfrage.
Am Ende zeigt sich ein gemeinsamer Zukunftswunsch: Die SESB soll wachsen, gerechter zugänglich werden und die kulturelle Vielfalt Berlins noch stärker widerspiegeln. Sie ist kein Eliteprojekt, sondern ein Ort gelebten Europas und für viele Familien ein Lebensprojekt.

Diese Folge wird durch die Berliner Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen von Europe Direct Berlin unterstützt. Europe Direct Berlin wird aus Mitteln der Europäischen Kommission und der Senatskanzlei Berlin finanziert.

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