Dürre, Waldbrände und eine neue Migrationskrise: Der Sommer 2026 hat Europa mit gleich mehreren politischen Herausforderungen konfrontiert. Doch schlagen sich solche Ereignisse auch im Wahlverhalten der Europäerinnen und Europäer nieder? In der aktuellen Ausgabe von „Monitoring Europe – Wahlen und Zahlen“ schauen wir gemeinsam mit Dr. Manuel Müller auf die neuesten Entwicklungen in seiner Sitzprojektion für das Europäische Parlament.
Dabei zeigt sich ein bemerkenswertes Bild: Während die politische Mitte weiter an Sitzen verliert und sich die Rechtsaußenfraktionen nach ihrem Rückgang in der ersten Jahreshälfte wieder stabilisieren, bleiben die Grünen trotz des extremen Hitzesommers nahezu unverändert. Ausgerechnet die sichtbaren Folgen des Klimawandels scheinen ihnen bislang keinen zusätzlichen politischen Rückenwind zu verschaffen.
Gleichzeitig könnte die Bedeutung unser Fraktion des Monats (den Grünen) trotzdem wachsen. Denn mit nur noch 361 Sitzen kommen EVP, S&D und Renew Europe in Müllers Projektion gemeinsam gerade auf die Hälfte des Europäischen Parlaments. Die klassische proeuropäische Mehrheit wird damit zunehmend fragil, was die Zahl des Monats darstellt und die Frage nach möglichen neuen Mehrheiten stellt sich immer dringlicher.
Unser Land des Monats ist Spanien: Die Ereignisse rund um die spanische Exklave Ceuta haben die europäische Migrationsdebatte neu entfacht und gezeigt, wie schnell sich politische Fronten verschieben können. Warum profitieren die Rechtsaußenparteien von einer solchen Krise, während der Hitzesommer den Grünen bislang kaum genutzt hat? Und was bedeutet es für die europäische Parteienlandschaft, wenn Parteien der politischen Mitte zunehmend Themen und Positionen der politischen Rechten übernehmen?
Diesen Fragen gehen wir gemeinsam mit Manuel Müller nach und werfen außerdem einen Blick darauf, welche Entwicklungen bis zur nächsten Projektion im Oktober besonders spannend werden dürften.

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