In der vierten Folge des Sicherheitssonntags (SISO) richtet sich der Blick auf das Herz der europäischen Integration: die deutsch-französischen Beziehungen. Kaum eine bilaterale Partnerschaft ist für die politische Handlungsfähigkeit Europas so prägend wie das Zusammenspiel zwischen Berlin und Paris. Gemeinsam mit Jacob Ross, Research Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), analysiert Co-Host Florian Schäfer den aktuellen Zustand dieses zentralen Tandems und seine Bedeutung für die europäische Sicherheitspolitik.

Zu Beginn der Folge gibt Jacob Ross Einblicke in seine Arbeit zur französischen Außen- und Sicherheitspolitik sowie zu den deutsch-französischen Beziehungen. Dabei wird deutlich, wie eng die strategische Entwicklung Europas mit der Qualität dieser Partnerschaft verknüpft ist. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, unter welchen politischen und strukturellen Bedingungen die Zusammenarbeit besonders erfolgreich war – und welche Rolle gemeinsame Interessen, Führung und externe Krisen dabei gespielt haben. Gleichzeitig wird die Frage aufgeworfen, ob und inwiefern in den vergangenen Jahren auch andere Kooperationsformate innerhalb der Europäischen Union an Bedeutung gewonnen haben.

Im Zentrum des Gesprächs steht anschließend die aktuelle Lage der deutsch-französischen Beziehungen. Wie stabil ist das Verhältnis zwischen Berlin und Paris heute? Und welche Rolle spielt die sicherheitspolitische Zusammenarbeit in diesem Kontext? Während beide Länder weiterhin zentrale Akteure der europäischen Sicherheitsarchitektur sind, zeigen sich zugleich Unterschiede in strategischer Kultur, Prioritätensetzung und politischem Tempo. Die Folge beleuchtet, wo die Kooperation funktioniert, wo Reibung entsteht und welche Herausforderungen sich daraus für ein handlungsfähiges Europa ergeben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Debatte um europäische Abschreckung. Vor dem Hintergrund wachsender Zweifel an der Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten wird zunehmend über eine stärkere europäische Rolle in der Sicherheitspolitik diskutiert, auch im sensiblen Bereich der nuklearen Abschreckung. Im Fokus steht dabei insbesondere Frankreich als einzige Atommacht der Europäischen Union. Welche politischen und strategischen Implikationen eine stärkere europäische Einbindung französischer Fähigkeiten hätte, und wie realistisch entsprechende Modelle sind, wird in der Folge differenziert eingeordnet.

Abschließend richtet sich der Blick nach vorn: Welche sicherheitspolitischen Initiativen und Projekte sind in den kommenden Monaten zwischen Deutschland und Frankreich zu erwarten? Und welche Auswirkungen könnten die anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich auf die bilaterale Zusammenarbeit haben, insbesondere im Falle politischer Richtungswechsel? Die vierte Folge des Sicherheitssonntags bietet damit eine umfassende Einordnung der deutsch-französischen Beziehungen zwischen Kontinuität und Wandel und zeigt, welche Rolle sie für die Zukunft der europäischen Sicherheitspolitik spielen. In einer Zeit, in der Europa zunehmend gefordert ist, strategische Verantwortung selbst zu übernehmen.

Jacob Ross ist Research Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) mit Schwerpunkt auf französischer Außen- und Sicherheitspolitik sowie den deutsch-französischen Beziehungen. Zuvor arbeitete er für die NATO-Parlamentarierversammlung, die französische Nationalversammlung und das französische Außenministerium. Er veröffentlicht regelmäßig Analysen und Kommentare zu Frankreich und den deutsch-französischen Beziehungen, unter anderem in Die Welt und Cicero. Studiert hat er unter anderem in Lille, Paris, Straßburg und Bologna.

2 Responses

  1. Vielen Dank für diese tiefgründige Analyse! Die größte Herausforderung dürfte uns noch nach den frz. Präsidentschaftswahlen bevorstehen. Linke wie Rechte befördern ein deutsches Feindbild…

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